Tränenflüssigkeit

Die Tränenflüssigkeit ist ein komplexes Sekret mit wichtigen Aufgaben.

Für viele Menschen ist Tränenflüssigkeit unbewusst vorhanden. Tränen können Ausdruck von übergroßer Freude oder Traurigkeit sein. Spätestens beim “Zwiebelschneiden” wird einem die Menge an Flüssigkeit bewusst.

Doch bereits hier wird eine wichtige Aufgabe deutlich. Die aggressiven Dämpfe werden durch erhöhten Tränenfluss verdünnt und abtransportiert. Diese Reaktion dient zum alleinigen Schutz der Hornhaut und geschieht tagtäglich, um Bakterien, Schmutz und sonstige Fremdkörper dem Auge fernzuhalten.

Ohne ihr Vorhandensein könnte kein Sehen entstehen. Die ansonsten Wasser abweisende Hornhaut wird benetzt und sorgt als dünner Film für die notwendige optische Transparenz. Sie dient zur Ernährung der Hornhaut und zur Versorgung mit lebenswichtigen Sauerstoff. Sie schützt die Schleimhaut des Auges vor dem Austrocknen.

In der Kontaktlinsenanpassung bildet sie ein Polster zwischen Hornhaut und Kontaktlinse, auf dem die Linse schwimmt. Durch sie werden Hornhautunebenheiten ausgeglichen und unterstützt dadurch die Korrektur der Fehlsichtigkeit. Durch ihre spülende Wirkung im Zusammenhang mit der Lidbewegung ist sie entscheidend bei der Säuberung der Linsen auf dem Auge beteiligt. Gesunde Tränenflüssigkeit verringert die Ablagerungsneigung auf Kontaktlinsen und führen letztlich zu einer einfacheren Pflege.

Es ist daher wichtig, die Tränenflüssigkeit in ausreichender Menge und Qualität vorzufinden. Bereits zu Anfang der Kontaktlinsenanpassung wird mit Hilfe von Beleuchtungstechniken Bewegung, Fließverhalten, Benetzungsverhalten, Viskosität und Menge geprüft. Das ausführliche Beratungsgespräch zu diesem Thema “Tränenflüssigkeit” ist selbstverständlich.

Veränderungen der Tränenflüssigkeit führen zu einer reduzierten Funktion mit großen Auswirkungen. Es gilt frühzeitig auf mögliche Ursachen hinzuweisen.

Bereits bei unserer täglichen Nahrungsaufnahme werden Qualität und Menge beeinflusst. Eiweiß, Vitamin A, B6, C, Kalium und Zink sind in einem ausgewogenem Maße erforderlich. Individuelle Eßgewohnheiten können zu einem Mangel dieser Stoffe oder aber auch zu einem Überschuss an Fetten, Cholesterin, Salzen, Alkohol, Proteinen und bestimmten Zuckerarten führen, so dass Störungen in der Zusammensetzung auftreten können. Da wir normalerweise genügend Proteine täglich zu uns nehmen, Fette, Alkohol, Koffein und Cholesterin aber im Überfluss, sollte hier mit einer Reduzierung begonnen werden. Um genügend Vitamine und Spurenelemente zu sich zu nehmen, sind frisches Obst, Gemüse, Hülsenfrüchte, also eine Vollwerternährung empfehlenswert.

Für den Tränenfilm günstig

Eine ausgewogene Ernährung mit Vollwertprodukten und frischem Gemüse liefert ausreichend Kohlehydrate, Proteine, Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente. Zu nennen sind hierbei Kartoffeln, Vollkornbrot, andere Teigwaren aus vollem Korn. Rohes Gemüse oder leicht gekochtes rotes, gelbes und dunkelgrünes Frischgemüse, vor allem Spinat und Bohnen, Hülsenfrüchte, Nüsse, Bananen, Salat. Empfehlenswert ist zudem das Trinken von mindestens einem Liter Flüssigkeit (Wasser/Mineralwasser).

Für den Tränenfilm ungünstig

Zu viel Fleisch, zu fetthaltige Wurst und Käse, Gemüse aus der Konserve, Alkohol, Koffein, Zucker und Salz. Achten Sie hier auf “versteckte” Anteile in den Nahrungsmitteln – vor allem auf Zucker! Eine Ernährungsberatung hilft zudem weiter! Auch kann die Einnahme von Medikamente starken Einfluss auf die Tränenflüssigkeit nehmen. Hier sollte man den ohnedies wichtigen Beipackzettel genau beachten, den Arzt und Apotheker hierauf ansprechen. Ein weiterer Faktor sind klimatischen Bedingungen in denen man sich befindet. Büroräume, Arbeiten am Computer reduzieren durch die konzentrierte Arbeit die Lidschlagfrequenz. Die Folge sind Abtrocknen der Augen. Bei Zunahme der Benetzungsprobleme kann dies zur Erkrankung führen. Das “Trockene Auge” sollte dann auf jeden Fall ärztlich behandelt werden.

Neueste Untersuchungen hinsichtlich der Zusammensetzung der Tränenflüssigkeit und trockenes Auge haben ergeben, dass der Anteil an sog. Hyaluronsäure bei CL-Trägern und Personen die an trockenen Augen leiden besonders niedrig liegt. Die dadurch entstehenden Beschwerden sind zum großen Teil auf dieses Defizit zurückzuführen.